
St. Stephani war über Jahrhunderte nicht nur das Gotteshaus der Abberöder. Auch Bewohner von Steinbrücken, Ritzgerode und Hermerode kamen hier zum Gottesdienst. Der mittelalterliche Turm überstand mehrere tiefgreifende Veränderungen.
Im Frühjahr 1769 riss man das alte Kirchenschiff ab. Während der Bauzeit wurden Gottesdienste im Freien gefeiert; am 15. November fand die erste Taufe im neuen Gotteshaus statt. Rund 2.812 Taler verschlang der Bau. Selbst die sechs Eimer Bier beim Richtfest wurden ordnungsgemäß abgerechnet.
Eine schöne Kirche mit einem schwierigen Dach
Der Innenraum war barock gestaltet, mit Emporen, Orgel und farbigen Ausmalungen. Doch die Wände hielten dem Dachschub nicht dauerhaft stand. Seit 1888 versuchten Handwerker, das Gebäude mit Zugankern zu retten. Am Ende waren die Schäden zu groß. Nach einem Abrissantrag 1972 wurde das Schiff 1984 beseitigt.
Der verbliebene Turm wurde 1998 für rund 202.000 DM restauriert. Das Turmfest 1999 würdigte die Rettung. Mitten im Dorf blieb damit ein steinernes Gedächtnis erhalten – und eine deutliche Erinnerung daran, was verlorenging.
Schätze der alten Kirche
Der Vortrag von 1999 verortet spätmittelalterliche Altarflügel damals in der Kirche von Tilkerode und den romanischen Abberöder Taufstein als Leihgabe in der Stiftskirche Hamersleben. Ob dies heute noch die Standorte sind, muss überprüft werden.
Weitere Bilder und Dokumente



- Vortrag anlässlich des Turmfestes in Abberode, 1999, besonders S. 7, 10, 13–19.
- Hermann Schotte: Rammelburger Chronik, Halle 1906, S. 191.